vlbs

vlbs: strukturelle Verbesserungen für alle Werkstattlehrer-/innen müssen folgen

Das Landeskabinett hat in seiner Sitzung am 21. März d.J. im Zusammenhang mit dem von ihm gebilligten Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung der Dienst- und Versorgungsbezüge auch die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen.................
 

.......dass bis zu 20 Prozent der Planstellen für Fachlehrerinnen und Fachlehrer sowie für Werkstattlehrerinnen und Werkstattlehrer auf die Besoldungsgruppe
A 11 angehoben werden können. Die Umsetzung obliegt dann dem Haushaltsgesetzgeber. Dies teilte das Schulministerium im Anschluss an die Kabinettssitzung mit.
Nach überschlägigen Berechnungen des vlbs wären dies zum derzeitigen Haushaltsstand 192 Stellen für Beförderungen nach A11 für Werkstattlehrer am Berufskolleg bei 963 Planstellen.
Der vlbs hatte bereits vor einigen Tagen, nach Bekanntwerden einer entsprechenden Kabinettsvorlage, diese Maßnahme als längst überfällig begrüßt, ist sie doch auch offensichtlich als Erfolg verschiedener vlbs-Aktionen und Aktivitäten zu deuten. Dennoch bleibt Umsetzungsbedarf in zweierlei Hinsicht. Dies machte als erste Reaktion auf die Kabinettsentscheidung  vlbs -Vorsitzender Wilhelm Schröder in Düsseldorf deutlich. 

Einmal werden mit dieser Beförderungsaktion leider längst nicht alle Kolleginnen und Kollegen die Chance bekommen, befördert zu werden. Direkt nach  Verabschiedung des Gesetzes (wohl noch durch den „alten“ Landtag) muss anschließend, d.h. erst nach der Landtagswahl, durch einen neuen Haushaltsgesetzgeber  mit der „Umsetzung mit dem nächstmöglichen Haushalt“ (wie es in der MSW-Pressemeldung heißt)      Klarheit geschaffen werden über die stellenplanmäßige Handhabung. So  z.B. ob die Anhebung auf ca. 200 A11-Stellen direkt in einem Haushaltsschritt erfolgt oder eben z.B. nur sukzessive. “Ebenso wichtig für unsere Berufskollegs sind aber die  dienstlichen Auswahlkriterien, die zu einer Beförderung führen können oder müssen“  erinnert Wilhelm Schröder. “ Denn angesichts der geleisteten Arbeit in Umbruchzeiten haben es nicht nur 192 Kolleginnen und Kollegen verdient, befördert zu werden. Verbesserte Perspektiven und damit Dank für die geleistete Arbeit – das haben alle Fachlehrer/Werkstattlehrer verdient.“ Der vlbs-Vorsitzende erneuerte sein Angebot an die Landesregierung, auch an eine neu gewählte, mit konkreten und pragmatischen Vorschlägen zu einer reibungslosen Umsetzung beizutragen.
„In den Berufskollegs darf es auf keinen Fall ein Gerangel um diese Stellen geben“
ergänzte der stellvertretende vlbs-Vorsitzende Michael Suermann.
Deshalb appelliert der vlbs an die Kolleginnen und Kollegen in den Berufskollegs und an die Schulleitungen, weiterhin auf Verständnis, Augenmaß und solidarisches Handeln zu setzen.
Ein zweiter Forderungsbereich muss ebenfalls noch realisiert werden. Denn so kurz vor der Landtagswahl und einer Regierungsneubildung kann wohl nur mit Mühe von einem strukturellen Durchbruch gesprochen werden. „ Das kann es nicht gewesen sein! Ein erster Fortschritt ist dies sicherlich, eine Neustrukturierung des Werkstattlehrerbereiches hin zu einer regulären Laufbahn ist dies jedoch offensichtlich  leider nicht “ mahnte Wilhelm Schröder.
Dazu bedarf es dreierlei Verbesserungen, denn in den vergangenen Jahren ist der Dienst der  Fachlehrer/Werkstattlehrer in den Berufskollegs technisch und pädagogisch anspruchsvoller geworden u.a. durch Digitalisierung, Inklusion und Integration.

Deswegen wird der vlbs auch nach der Landtagswahl und Regierungsneubildung und nach einer Beförderungsaktion nach A11 weiterhin für die folgenden strukturellen Verbesserungen streiten:  

1. Der Erlass  „Aufgabenbereich der Fachlehrerinnen und Fachlehrer in der Laufbahn der Werkstattlehrerinnen und Werkstattlehrer (§ 58 LVO) an Berufskollegs“ ist an die aktuellen Arbeitsanforderungen anzupassen. Denn er wurde zuletzt 1995 - das auch nur marginal -gegenüber seiner Fassung von 1969  geändert. Der „WL-Erlass“ entspricht nach fast 50 Jahren Gültigkeit den aktuellen, den  technischen und pädagogischen Anforderungen an die Arbeit der Fachlehrinnen und -lehrer in der Laufbahn der Werkstattlehrkräfte nicht mehr.

2. Übernahme der Werkstattlehrkräfte in das Pflichtstundenmaß von 25,5 Unterrichtsstunden aller anderen Lehrerinnen und Lehrer am Berufskolleg. Auch Werkstattlehrer erfüllen pädagogische Aufgaben wie alle Lehrer und müssen sich didaktisch-methodisch in Abstimmung auf ihre einzelnen Lerngruppen vorbereiten…

3. Aufstiegsmöglichkeit und reguläre Laufbahn von Werkstattlehrerinnen und Werkstattlehrern zu Technischen Lehrerinnen und Lehrern. Die Schaffung von Beförderungsmöglichkeiten nach A11 allein reicht einfach nicht! Deshalb  fordert der vlbs seit Jahren eine reguläre und stringente Laufbahn für Werkstattlehrerinnen und Werkstattlehrer bis hin zur Technischen Lehrerin bzw. zum Technischen Lehrer im Spitzenamt A 12, so wie dies anderen Landesbediensteten ermöglicht  worden ist.

Und hier die vlbs-Pressemeldung dazu.