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Digitale Endgeräte für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler

Mit insgesamt 350 Millionen Euro, das sind etwa 4% des Nordrhein-Westfalen-Programms zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie, hat die Landesregierung das bislang größte Investitionspaket für die Digitalisierung an den Schulen des Landes Nordrhein-Westfalen geschnürt.

Ziel ist es Lehrerinnen und Lehrer mit digitalen Endgeräten und geeigneter Software auszustatten. Weiter soll sichergestellt werden, dass Schülerinnen und Schüler, die aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen keine Endgeräte zur Verfügung haben, ebenfalls mit entsprechender Technologie ausgestattet werden.

Dieser erste Schritt ist aus Sicht des vlbs sehr zu begrüßen und entspricht den Forderungen unseres Verbandes. Spätestens bei den Schulschließungen im März ist deutlich geworden, dass die vorliegenden Rahmenbedingungen für ein rechtssicheres und effizientes Lernen in Distanzphasen bislang nicht im Ansatz genügten. Nur durch den besonderen  Einsatz der Lehrkräfte durch private Investitionen und einem starken beruflichen Engagement war es möglich, dass das Lernen bei den Schulschließungen weiterging. Ebenfalls ist in der Phase der Schulschließungen deutlich geworden, dass das Lernen mit digitalen Medien den Präsenzunterricht nicht ersetzen kann. Besonders die Bildungsgerechtigkeit hat einen Rückschritt gemacht.

Eine Investition in die digitalen Endgeräte kann nur ein Anfang sein. Entscheidende Schritte für eine erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation lauten:

  • Hardware und Software müssen den Bedürfnissen am Berufskolleg genügen. – Hier muss das Land Vereinbarungen mit Anbietern professioneller Software (z.B. Microsoft) abschließen, so dass ein rechtssicheres Arbeiten möglich ist.
  • Gewährleistung eines reibungslosen Supportes.
  • Bereitstellen von Zeitressourcen für Fortbildungen.
  • Bereitstellen von Zeitressourcen für die Entwicklung bildungsgangkonformer didaktischer Konzepte. – Der Aufwand ist am Berufskolleg mit seinen zahlreichen Bildungsgängen mit keiner anderen Schulform vergleichbar.
  • Der Gesundheitsschutz der Lehrkräfte muss durch geeignete Dienstvereinbarungen sichergestellt werden. Eine Verhaltenskontrolle muss ausgeschlossen werden.


Jetzt kommt es darauf an, das gut gemeinte Vorhaben auf sichere Beine zu stellen, so dass die Investitionen gut angelegt sind. Halbherzige Lösungen bringen unsere Schulen nicht weiter. Gerade unsere Berufskollegs benötigen professionelle Tools und komplexe Konzepte zur Umsetzung der Digitalisierung. Dies geht nur mit zeitlichen Ressourcen und nachfolgenden Investitionen.

Michael Suermann
vlbs –Vorsitzender

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