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Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrer zu Zeiten von COVID19

Rund 850 Staatsprüfungen in NRW konnten aufgrund der Schulschließungen nicht mehr im vorgesehenen Prüfungszeitraum durchgeführt werden. Sie mussten in einem veränderten Format ohne Anwesenheit von Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden. Dieses wird auch für die Prüfungen beibehalten, die bis zu den Sommerferien durchgeführt werden.

Eine gute Ausbildung braucht Verlässlichkeit

In welcher Art und Weise die Prüfungen nach den Sommerferien durchgeführt werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt.
Für die Referendarinnen und Referendare sowie Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger (OBAS), die sich dann in der Prüfungsphase befinden, bedeutet das erneut einen Wegfall von Planbarkeit und Sicherheit, denn für sie haben sich bereits mitten in der Ausbildung die Bedingungen maßgeblich verändert.
Für alle Auszubildenden, die sich bereits im Vorbereitungsdienst befanden, wurden Distanzformate in Unterricht, Unterrichtsbe-suchen und Beratungssituationen zur (zeitweise einzigen) Option, der sie sich stellen mussten und müssen.


Eine gute Ausbildung muss Vorrang haben

Ausbildungsunterricht in beiden Fächern sicherzustellen wurde für viele Schulen zur Herausforderung.
Von Seiten des MSB ist die Möglichkeit eines flexiblen Einsatzes von Referendarinnen und Referendaren eröffnet worden. Dieses soll zum einen die Unterrichtsversorgung in der aktuellen Situation unterstützen, zum anderen sollen die Schulen auf diesem Weg „(…) den Auszubildenden dringend notwendige Erfahrungen im eigenen Unterrichten ermöglichen." (18. Schulmail vom 30.04.2020). Hier bedarf es aus Sicht des vlbs eines besonderen Augenmaßes, denn Ausbildung in beiden Fächern muss Vorrang vor anderen Interessen haben.


Klare Rahmenbedingungen des Prüfungsformates noch vor den Sommerferien 2020


Von dieser Gruppe der Auszubildenden wurde und wird noch immer Flexibilität und Engagement in einem hohen Maße gefordert. Ausgehend von den unterschiedlichen Bedingungen an ihren Ausbildungsschulen haben sie unterschiedlichste Formate des Distanzlernens für ihren selbständigen Unterricht entwickelt, Hybridformate umgesetzt und sich in ihrer eigenen Ausbildung an den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung auf die dort umgesetzten Formate des Lernen auf Distanz eingelassen. Unter-richtsbesuche und -beratungen wurden zu einem Format, das sich mithilfe digitaler Möglichkeiten oder in eingeschränkter Präsenz unter völlig neuen Bedingungen darstellte.

Diese Auszubildenden haben unmittelbar erfahren, was mangelnde Planungsperspektive durch ständige Anpassung an sich verändernde Vorgaben und Rahmenbedingungen bedeutet. Daher ist es für diese Gruppe von besonderer Bedeutung, mit der unter den gegebenen Bedingungen möglichen Verlässlichkeit und einer entsprechenden zeitlichen Perspektive, in die Planungen für Ihre Staatsprüfung einsteigen zu können. Der vlbs fordert daher, dass die Kommunikation des Prüfungsformats für den im August 2020 beginnenden Prüfungszeitraum vor dem Beginn der Sommerferien 2020 erfolgt.

Für die beste Bildung benötigt unser Land die beste Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Gerade in der Krise sind transparente Rahmenbedingungen und eine Fokussierung auf die Ausbildung unerlässlich.

Michael Suermann    Kirstin Bubke        
vlbs-Vorsitzender        Vorsitzende Ausschuss Lehrerbildung

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